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Warum wir > keine < Qualzucht sind

Durch die neue Hundeschutzverordnung von 2021 werden nun so ziemlich allen Rassen Qualzuchtmerkmale angeheftet. Auch unsere Nackthunde sind hiervon betroffen, genauer gesagt wird uns dies vorgeworfen:




Jeder der einen Nackthund live getroffen hat weis, das er durch die Haarlosigkeit nicht eingeschränkt ist oder negativ beeinflusst wird, geschweigen denn in irgend einer Form leidet. Dennoch möchte ich euch das ganze, Bezug nehmend zu unserer Rasse, etwas näher erläutern.


Es wird uns vorgeworfen, das die Nackthunde in der Kommunikation eingeschränkt sind. Wie ihr wisst, besitzt der AHT einen Flaum, ähnlich wie wir an unseren Wangen. Dieser lässt sich bei Bedarf auch aufstellen, so das auch wir Menschen es wahrnehmen können. Auf dem Bild seht ihr Caria beim Aufstellen des Rückenflaums. Abfotografiert von der Kamera, aus einem Video heraus.


Miko kann dies beispielsweise nicht, so wie viele Hunde es aufgrund der Beschaffenheit ihres Fells nicht können. Bei diesen zählt dies jedoch nicht als Manko. AHT kommunizieren sehr klar und deutlich, auch ein Grund warum Jen Sautmann als Hundetrainerin ihre AHT aktiv zur Resozialisierung anderer Hunde einsetzt.


Ein weiterer Vorwurf der uns gemacht wird ist:

Die Hunde haben eine sehr empfindliche Haut (Sonnenbrand, Verletzungen, Fliegenbefall im Sommer, Allergien) und zeigen klimatische Adaptationsstörungen.


All dies ist in keinster Weise wissenschaftlich belegt, es beruht auf annahmen. Der AHT ist sehr aktiv, egal ob kalte oder warme Jahreszeit. Ich kann von meinen Hunden sagen, das sie nicht nur durch Büsche und geäst ohne Beeinträchtigungen oder Verletzungen kommen, sondern auch den einen oder anderen Stunt ohne Verletzungen überstanden haben. Wer uns auf den sozialen Medien folgt, wird dies schon beobachtet haben. Auch seht ihr unsere Mädels ausgiebig in der Sonne liegen. Sonnenbrand hatte noch keine von ihnen, auch keinen Hautkrebs oder sonstige Probleme. Sie gehen auch raus aus der Sonne, wenn es ihnen zu viel wird.

Unpigmentierte Haut benötigt Schutz und das nicht nur bei nackter Haut. Hier kann man nach Bedarf auswählen zwischen UV Kleidung oder Sonnencreme. Nicht jede optisch weiße Haut ist jedoch unpigmentiert. Pigmentierte, weiße Haut bekommt einen Farbstich, oft ins gräuliche, manchmal auch ins rostige.


Beobachtungen zeigen, das die Hunde auch ohne starke Sommer Sonne bereits an Pigment zulegen. So sieht man oft Hunde, die 'Bräunungsstreifen' in den kühleren Zeiten haben, da die nicht bedeckten Stellen weiterhin Pigment aufbauen. Hierdurch können sie schon, bevor die aggressivere UV Strahlung aktiv wird, Pigment zum Schutz aufbauen.


Das mit dem Fliegenbefall ist mir absolut unverständlich, ich kenne keinen Hund der hiermit zu kämpfen hätte.


Auch zu der Behauptung, das Nackthunde vermehrt an Allergien leiden würden gibt es keine Untersuchungen, keine Statistik, nichts. Hier möchte ich einmal den Club für exotische Rassehunde Zitieren, aus ihrer Stellungnahme zu den Behauptungen von Quen:

"Vermehrte Verletzungen, Fliegenbefall, Räude oder Allergien treten nach Aussage der Kleintierklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover bei dieser Rasse in unseren Breitengraden im Vergleich zu anderen Rassen nicht gehäuft auf. Auch ist in der wissenschaftlichen Literatur darauf kein Hinweis zu finden. Es bleibt festzuhalten, dass die Gefahr, einen Sonnenbrand zu erleiden, kein Merkmal für Qualzucht ist und Tiere in menschlicher Obhut entsprechend gehalten werden. Zudem sind viele Nackthunde dunkel pigmentiert und besitzen somit kein gesteigertes Risiko für einen Sonnenbrand. Apokrine Drüsen der Haut und Schleimdrüsen des Atmungstraktes sind bei Nackthunden vorhanden und normal (Wiener et al. 2013). "


Noch etwas zu den klimatischen Adaptionsstörungen in der Kälte. Wir als Halter haben dafür zu sorgen, das unsere Haustiere sich in unserem Lebensraum wohlfühlen. Dies haben mittlerweile viele Menschen verstanden, so das Kleindung für Hunde mittlerweile völlig normal ist, egal ob Dackel, Ridgeback oder Weimeraner. Ein Habitat kann zudem kein Qualzuchtmerkmal darstellen. Ein Gesunder Hund wird nicht zur Qualzucht, weil er sich im falschen Klima befindet. Oder werden alle nordischen Hunde in südlichen Ländern zu diesen?


Spaziergang in Finnland auf dem Eis (Bild gesponsert durch ©Halter)

Ein weiterer Punkt der mich immer wieder ärgert, wenn Haarlosigkeit als Qualzuchtmerkmal betrachtet wird, wieso wird es das nicht bei allen? Wir sind haarlose Primaten, wir können also am eigenen Leib feststellen, ob wir durch den fehlenden Pelz unserer Vorfahren nun Schmerzen, Leid oder Qualen ausgesetzt sind. Ebenso werden munter haarlose Schweine gezüchtet, bei denen dies kein Qualzuchtmerkmal darstellt. Ja, auch Schweinchen Babe's wilde Vorfahren sind normal mit einem sehr borstigen, dichten Pelz ausgestattet. Aber wie wir und auch die Hunde, leiden sie nicht unter dem fehlen eben dieses Pelzes.


Weitere Arten die im Laufe der Existenz ihr Fell abgelegt haben wären Nacktmulle, Elefanten, Nashörner und Nilpferde. Dies sind Wildtiere, keiner kümmert sich um sie und dennoch verpuffen sie nicht in der Sonne, frieren sich an kälteren Tagen zu Tode oder haben vermehrt Verletzungen.


Worunter die Nackthunde wirklich leiden sind Halbwissen und falsche Pflege hierdurch. Nackthunde müssen und sollten auf keinen Fall öfter gebadet oder eingecremt werden, ich weiß nicht woher dieser Blödsinn kommt, aber er kann wie bei allen Hunden der Haut schaden.


Ihr seht, nicht alles was an Meinung vertreten ist, entspricht auch der Wahrheit.


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